Busverkehr in OSL: Abbiegen in neue Richtungen

Am 30. Mai 2024, kam der Kreistag des Landkreises OSL zusammen und fasste wichtige Beschlüsse für den regionalen Busverkehr. Geschäftsführer, Michael Schütze, erklärt, welche gefasst wurden und welche Veränderungen für die Fahrgäste in OSL in den kommenden Jahren erwartet.

Es gab zwei wichtige Beschlüsse. Zum einen wurde der neue Nahverkehrsplan für den Zeitraum 2025-2035 beschlossen. Der Nahverkehrsplan ist unser zentrales Planungsinstrument. Er enthält die Ziele und Projekte, die wir in den nächsten Jahren schrittweise umsetzen wollen und legt fest, wie und in welcher Form der Busverkehr in Zukunft gestaltet werden soll. 

Die zweite wichtige Entscheidung betraf die Kommunalisierung des Busverkehrs. Hiermit wird der Entscheidung des vergangenen Jahres, die gesetzlichen Vorgaben zu alternativen Antrieben mit Batteriebussen umzusetzen, eine klare Richtung gegeben. Der Kreistag beschloss, dass der Busverkehr künftig durch ein kommunales Verkehrsunternehmen und nicht mehr durch ein privates Unternehmen gefahren werden soll. Wir erbringen künftig alle Aufgaben rund um den kommunalen ÖPNV in Eigenregie. Wir planen nicht nur, sondern stellen auch die Busse und das Fahrpersonal selbst und bemühen uns um die Ausbildung. Das macht uns in Zukunft flexibel und unabhängiger. Wir werden aber auch wie bisher mit Subunternehmen zusammenarbeiten. Wirksam wird die Kommunalisierung, wenn der aktuelle Verkehrsvertrag mit dem jetzigen Dienstleister ausläuft, also ab August 2027.

 

Auf welche Projekte und Ziele können sich die Fahrgäste in OSL freuen?

Geplant ist unter anderem die Einführung eines PlusBus-Netzes auf ausgewählten Linien im südlichen Kreisgebiet. Diese verkehren im Stundentakt, haben direkte Anschlüsse an die Bahn und verkehren regelmäßig auch am Wochenende. Außerdem soll es zwischen Großräschen und dem Spreewalddreieck einen modernen OnDemand-Betrieb geben, bei dem die Fahrgäste bequem per Telefon und später auch per App Fahrten zwischen virtuellen Haltestellen nach Bedarf buchen können. Auch automatische Fahrgastzählsysteme, ein einheitliches Branding der Busse und Ausstattungsmerkmale wie Klimatisierung im Fahrer- und Fahrgastraum sind geplant.

Auch im Bereich der Haltestellen wird es Veränderungen geben. So sollen sukzessive digitale Fahrgastinformationssysteme für Busbahnhöfe konzipiert und umgesetzt werden. Ebenso sind die Erneuerung aller Haltestellenmasten und eine zweisprachige Beschriftung in sorbischen/wendischen Siedlungsgebieten vorgesehen. Bereits in diesem Jahr stehen bis zu 100 Haltestellenmasten auf dem Erneuerungsplan. Generell sollen noch mehr Haltestellen den Anforderungen der Barrierefreiheit entsprechen.

Wichtig zu wissen: Im Vergleich zum jetzigen Plan wird niemand schlechter gestellt. Wir steigern die Betriebsleistung gegenüber 2023 um 11%. Wir bieten auch künftig keinen 10-Minuten-Takt wie in Großstädten, sind aber mit unseren Planungen sehr gut auf die Anforderungen und Gegebenheiten in unserem Landkreis vorbereitet.

 

Mit welchen Antrieben werden die Busse in OSL künftig fahren?

Mit Inkrafttreten der „Clean Vehicles Directive“, also des Gesetzes zur Beschaffung sauberer Fahrzeuge, muss künftig ein Teil der neu angeschafften Busse im ÖPNV emissionsarm oder emissionsfrei fahren. Das bedeutet, dass der ÖPNV im Landkreis OSL ab 2027 seinen Fuhrpark und die dazugehörige Infrastruktur grundlegend umstellen muss. Es werden ergänzend aber auch noch Diese-Busse im Einsatz sein, die vorrangig durch Subunternehmen betrieben werden sollen.

 

Welche Aufgabe gilt es nun zuerst anzugehen?

Die VG OSL und die Kreisverwaltung gehen die Neuausrichtung nun nach und nach an. Im Fokus steht zunächst die angestrebte Kommunalisierung des Busverkehrs. Dabei wird uns auch die Suche nach geeignetem Personal beschäftigen. Eine weitere Mammut-Aufgabe wird die technische Umstellung im Hinblick auf die Fahrzeugbeschaffung und erforderliche Ladeinfrastruktur. Hier gilt es, rechtzeitig die entsprechenden Ausschreibungsverfahren auf den Weg zu bringen. 

Der Busverkehr im Landkreis wird, ähnlich wie zuletzt bei der Kommunalisierung des Rettungsdienstes, komplett neu ausgerichtet. Alle organisatorischen und technischen Aufgaben sowie die angebotsverbessernden Maßnahmen dienen letztlich dazu, die Qualität unserer ÖPNV-Leistung im Sinne der Bürger und Fahrgäste weiter zu optimieren. Ich freue mich, diesen Prozess als Geschäftsführer begleiten zu dürfen. 

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